Ein Vergleich zwischen Tesla und den deutschen Autoherstellern

Ausgabe Dezember 2018

Tesla scheint die anfänglichen Produktionsprobleme überwunden zu haben und nimmt immer mehr Fahrt auf. Doch wie reagieren die deutschen Autobauer und wie sind diese vergleichsweise aufgestellt?

Tesla stand in den letzten Monaten stark in der Kritik. Gründe dafür waren vor allem Probleme mit der Produktion des Model 3. So gab es Schwierigkeiten bei der Erfüllung der geplanten wöchentlichen Herstellung von Elektrofahrzeugen. Aber auch die Qualität der Verarbeitung des Autos lies zu wünschen übrig. 

Viele Analysten und Experten spekulierten bereits darauf, wann Tesla in Konkurs gehen und welcher Autobauer sich durch einen Kauf das Know-how der Firma sichern würde. Zudem wurden Anleger auch durch ein zweifelhaftes Verhalten von Elon Musk, wie beispielsweise durch die Twitter-Affäre, verunsichert.

 

Doch in den letzten Monaten ist eine starke Wandlung zu erkennen. Tesla hat sich, was die Produktion der Fahrzeuge angeht, stabilisiert. Gesetzte Ziele wurden durch eine verbesserte Fertigung erreicht. So war es im dritten Quartal 2018 möglich die Anzahl der gefertigten Autos, im Vergleich zum zweiten Quartal, zu verdoppeln.​

 

Werden diese Zahlen mit den Produktionszahlen im Elektroautobereich der deutschen Autobauer verglichen, lässt sich feststellen, dass Tesla bei der Produktion einen großen Vorsprung besitzt, trotz der Schwierigkeiten der letzten Monate. Tesla baut ca. 7000 Elektroautos pro Woche. Die deutschen Autobauer dagegen nur einen Bruchteil davon. Volkswagen liegt hier an der Spitze bei den Fertigungszahlen von Elektroautos in Deutschland. Sie bauen 1000 Elektroautos in der Woche, darauf folgt BMW mit ca. 800 Autos. Andere Hersteller wie Opel, Porsche und Daimler bieten noch keine Stromer an oder produzieren diese im Ausland.

Auch aus diesem Grund ist es berechtigt, sich Sorgen um die deutsche Automobilindustrie zu machen. So eilt Tesla derzeit mit dem Model 3 nach überstandener Krise von Rekord zu Rekord und verdrängt den Nissan Leaf, als meist verkauftes Elektroauto, in den ersten 8 Monaten im Jahr 2018 auf Platz 2. Welches in meinen Augen keine große Überraschung ist. Auch wenn der Nissan ein großartiges Auto ist, stellt man sich die Zukunft des Elektroautos design- und ausstattungstechnisch eher anders vor. Natürlich bezahlen die Kunden mehr als die versprochenen 35.000 $, langfristig wird jedoch auch dieses Ziel mit einer immer weiter steigenden Produktion, sodass die Kosten pro Auto immer weiter sinken, erreichbar sein. So macht Elon Musk erstmals Gewinn mit Tesla und arbeitet seine 500.000 Vorbestellungen ab, woraufhin er sich erst mit den Neukunden auseinandersetzen wird. Schon jetzt verlieren die deutschen Autobauer dadurch langsam immer mehr Marktanteile. Wenn man sich hier überlegt, dass die ersten richtigen deutschen E-Modelle erst 2020 auf den Markt kommen sollen, beschönigt dies die Situation nicht unbedingt. Aber es passt zur Situation, dass konzerntypisch ewig gezögert wird bis eine Veränderung eintritt, während andere Unternehmen bereits eine ausgereifte Lösung anbieten.  

Die Top-Ten-Liste der E-Autos sieht derzeit so aus, dass drei Tesla Modelle und fünf China-Modelle enthalten sind. Andere etablierte Autobauer sind Nissan und Toyota. Weltweit wurden insgesamt ca. 1 Millionen Elektroautos verkauft, die Hälfte davon in China. Langsam wird es Zeit nicht nur Versprechen über Reichweiten und elektrifizierte Modelle abzugeben, sondern auch Taten folgen zu lassen. Sonst wird es schwierig noch Zugriff auf die größten Märkte zubekommen. Tesla zum Beispiel ist für die deutschen Autohersteller jetzt schon kaum noch einzuholen.

Was ist Ihre Meinung zur Situation der deutschen Autobauer?    

Kusch, Thomas (Dezember 2018)

Heat Transfer and Process Design, HTPD

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